Unsere Spiel-Empfehlung

Ein Kloster in Namen der Rose

Mit dem "Rheingau Quiz" können sowohl Einheimische als auch Touristen ihr Wissen über eine der schönsten deutschen Weinregionen auffrischen oder vertiefen. Wie wir von RHEINGAUGOLD, kennt auch das Quiz dabei keine Berührungsängste gegenüber Wiesbaden, das im weiteren Sinne eben auch zur Weinanbauregion Rheingau gehört.

 

Ein Kloster im Namen der Rose

 

Seit über 30 Jahren sind das Kloster Eberbach, ehemalige Wirkungsstätte der Zisterzienser, und der weltbekannte Film „Der Name der Rose“ nun schon miteinander verbunden. Denn mitten im Rheingau wurde Regisseur Jean-Jacques Annaud 1985 auf der Suche nach einem passenden, mittelalterlichen Kloster für die Innenaufnahmen des Films fündig. Höchste Zeit für mich dem Kloster nach langer Zeit mal wieder einen Besuch abzustatten und mich dort auf die Spuren von William von Baskerville (Sean Connery) und dem Novizen Adson von Melk (Christian Slater) zu begeben.

 

 

 

Meine erste Station ist der Hospitalkeller, zu dem man nur bei Weinproben und Filmführungen Zugang bekommt. In „Der Name der Rose“ sitzen die Mönche hier an einer langen Tafel zum Abendessen. Die vielen Fässer hat man für den Schauplatz des Refektoriums entfernt und anschließend zurückplatziert. Überraschenderweise steht hier noch immer ein Filmrequisit: die Kanzel, auf der im Film Volker Prechtel als Malachias von Hildesheim spricht. Da es in diesem Keller auch im Sommer nie wärmer als 12 Grad wird, lagern hier viele kostbare Weine, teils noch aus dem 18. Jahrhundert, ab 1848 sogar von jedem Jahrgang. Ab und zu werden einzelne Flaschen aus der „Schatzkammer“ versteigert.

 

Im ebenso kühlen Cabinetkeller entstand die Gerichtsszene, aber auch die Aufnahmen, in denen Adson von Melk vom namenlosen Bauernmädchen (Valentina Vargas) verführt wird, sowie die Kulisse mit den großen Badebottichen. Sean Connery war hier während der Dreharbeiten im Winter wohl schrecklich kalt und war froh über eine Wärmflasche auf seiner Glatze. Apropos Cabinet… die Prädikatsbezeichnung Kabinett, die heute im Weingesetz verankert ist, fand tatsächlich im Kloster Eberbach ihren Ursprung.

 

 

 

Der Kapitelsaal wurde als Versammlungsraum für einen Streit zwischen Vertretern des Kaisers und solchen des Papstes über die Rolle der Kirche benutzt. Weitere Filmaufnahmen entstanden im Kreuzgang, wo heute die Schwalben nisten. Der „Geheimgang der Mönche“ wird von Fledermäusen bewohnt.

 

Die Tür zum geheimnisvollen Bibliotheksturm befindet sich im Dormitorium des Klosters und führt in Wahrheit zum Dachstuhl (das Innere der treppenreichen Bibliothek war ein Set in den Cinecittà Studios). Der frühere Schlafsaal der Mönche diente im Film als Schreibstube, in der William von Baskerville die ersten Hinweise auf die Mordserie findet. An der Treppe hinauf zum Dormitorium kann man noch einige Requisiten des Filmes sehen.

 

Seit März 2017 gibt es in einer vom Saal abgetrennten Kammer sogar eine Video-Installation zu „Der Name der Rose“. In dieser nimmt der damalige Betriebsleiter des Kloster Eberbach Günter Ringsdorf, der den Mut hatte der Produktion um Bernd Eichinger den gewünschten Drehort zuzusagen, die Besucher mit auf eine 28-minütige Reise zu den Schauplätzen des Films. Außerdem verrät er einige Anekdoten zu den Dreharbeiten, die dem Kloster schließlich zu internationaler Bekanntheit verhalfen.

 

 

 

 

 

In der Basilika wurde für den Film ein Chorgestühl aufgebaut und zum ersten Mal nach fast 200 Jahren ertönten in dem alten Gemäuer beim Dreh zu „Der Name der Rose“ wieder die Stimmen der (Film-)Mönche. Mit Rücksicht auf den Denkmalschutz des Bauwerkes wurde mit wieder entfernbaren Requisiten, die zum Teil heute noch während der Besichtigung des Klosters zu sehen sind, gearbeitet. Beispielsweise steht die Säule, auf der im Film die Madonna thront, zu der Adson betet, noch in der Basilika. Leicht kann sie hier mit einem historischen Relikt verwechselt werden.

 

Als der Chef von Sky Deutschland bei einer Weinführung durch das Kloster die Basilika sieht, ist er so begeistert, dass er sich entscheidet, die aufwändigen Werbetrailer für den Start der 5. Staffel von „Game of Thrones“ hier produzieren zu lassen. Trotz digitaler Nachbearbeitung ist der Schauplatz gut zu erkennen, mal mit dem Eisernen Thron und mal mit Zwerg Tyrion und Drache. Peter Dinklage wurde für die kurze Aufnahme allerdings gedoubelt.

 

Neben „Der Name der Rose” wurden im Kloster Eberbach auch noch weitere Kinofilme gedreht. Den ersten Filmdreh im Kloster gab es bereits 1951 für den US-amerikanischen Spielfilm „Entscheidung vor Morgengrauen” mit Hildegard Knef. 1954 folgte mit „Martin Luther“ die erste amerikanisch-deutsche Koproduktion nach dem Krieg. Zu den neueren Produktionen gehören der Historienfilm „Vision - aus dem Leben der Hildegard von Bingen“ (2009) oder auch die Terra X-Reihe „Imperium“, durch die Maximilian Schell von 2004 bis 2011als Erzähler führte.

 

Gerne hätte man Sean Connery zum 25-jährigen Jubiläum des Filmes noch einmal in das Kloster eingeladen, doch leider lehnte seine Managerin bereits im Vorfeld ab: „Sir John has retired. We must respect.“ Andere Schauspieler verlangten teure Gagen. Doch 2014, zwei Jahre vor seinem Tod, besuchte der „Der Name der Rose“-Autor Umberto Eco erstmals das Kloster. Obwohl der Film an mehreren Stellen von seiner Buchvorlage, die sich weltweit rund 30 Millionen Mal verkauft hat, abweicht, hatte Eco großen Respekt vor Jean-Jacques Annauds filmischer Umsetzung. Im Goldenen Buch des Klosters verewigte er sich mit „Umberto Eco, 1327 - 2014“.

 

 Tipp für Filmfans: Einmal im Jahr wird im Kloster Eberbach „Der Name der Rose“ auf der großen Leinwand gezeigt, jeweils am dritten Septemberwochenende. Etwa 600 Leute finden dazu in der Basilika Platz. Die nächsten Kinovorstellungen sind am 14.9.18 in der deutschen Version sowie am 15.9.18 in der Originalversion mit deutschen Untertiteln.

 

Für Lokalpatrioten dürften auf jeden Fall einige interessante Hintergrundinfos und Fun-Facts neu sein und für Ausflügler und Rheingau-Neulinge ersetzt das Quiz im besten Falle sogar einen Reiseführer. Eine Route an spannenden Zielen lässt sich mit dem im Quiz vermitteltem Wissen über begehrte Weinanbaugebiete, historische Burgen, Kirchen und Klöster oder die Drosselgasse in Rüdesheim und den Oestricher Kran auf jeden Fall zusammenstellen.

 

Wie wir bei RHEINGAUGOLD, kennt auch das Quiz keine Berühungsängste zu Wiesbaden, das im weiteren Sinne eben auch noch zur Weinanbauregion Rheingau gehört und es kulturell ergänzt. So tauchen auch hin und wieder Fragen zu Hessens Landeshauptstadt auf: "Welcher russische Schriftsteller verzockte in der Wiesbadener Spielbank seinen letzten Rubel?" oder "Wie viele Rheingaufähren für PKW gibt es zwischen Koblenz und Wiesbaden?" 

 

Autorin Petra Kammann, die als Studienrätin im Taunus lehrte und Redakteurin und Herausgeberin diverser Magazine war, gibt nach jeder der über 100 Fragen nicht nur einsilbige Antworten, sondern kurze Einordnungen und zusätzliche Erläuterungen, mit denen Zusammenhänge im historischen und kulturellen Kontext verständlicher werden.

 

Wir hatten bei dem ein oder anderen Glas Riesling viel Spaß, neue Erkenntnisse und vor allem Anregungen für den nächsten Ausflug und wir sind uns sicher, dass das bei euch nicht anders sein wird.

 

Viel Spaß beim Quizzen!

Das zweifarbige Schmuckkästchen im Format 8 x 8 x 3 cm kostet 12,90 Euro, hat die ISBN 987-3-89978-361-2 und ist im September 2020 im Grupello-Verlag erschienen.